Ratgeber: Reifenwechsel - So gelingt es jedem!
Alles, was Sie über den Reifenwechsel am Auto wissen sollten
Ob saisonal für Sommer- und Winterreifen oder nach einer unerwarteten Panne – der Reifenwechsel steht irgendwann an. Aber wie erkenne ich, wann es Zeit ist? Sollte ich den Reifenwechsel selbst durchführen oder lieber in eine Werkstatt fahren? Wir erklären Ihnen alles, was Sie rund um das Thema Reifenwechsel wissen müssen.
Wann sollte ich die Autoreifen wechseln?

Der saisonale Reifenwechsel sorgt jedes Jahr wieder für Diskussionen unter Autofahrern. Mit dem Frühling kommen die Sommerreifen ins Spiel, und bevor der Winter naht, sollten Sie auf Winterreifen umsteigen. Wer keine Allwetterreifen fährt, muss sicherstellen, dass sein Fahrzeug mit den passenden Reifen für die jeweilige Saison ausgestattet ist.
Aber auch außerhalb des saisonalen Wechsels ist es notwendig, die Reifen hin und wieder auszutauschen – etwa nach einer Panne oder bei Beschädigungen. Auch eine zu geringe Profiltiefe oder ein hohes Reifenalter machen einen Austausch erforderlich. Daher ist es entscheidend, regelmäßig die Reifen zu überprüfen. Wenn Sie sich genauer über gesetzliche Regelungen und mögliche Konsequenzen bei Verstößen informieren möchten, finden Sie hier umfassende Details.
Saisonaler Reifenwechsel
Die Regel ist einfach: Winterreifen sollten „von O bis O“ gefahren werden – also von Oktober bis Ostern. In dieser Zeit sinken die Temperaturen nachts oft unter den Gefrierpunkt, was Sommerreifen weniger effektiv macht. Winterreifen bestehen aus einer weicheren Gummimischung, die bei Temperaturen unter 7° Celsius besseren Grip auf der Straße bietet.
Von Ostern bis Ende September sollten Sie Ihr Auto auf Sommerreifen umrüsten. Durch die härtere Gummimischung bieten diese auch bei hohen Temperaturen eine zuverlässige Haftung auf der Straße. Das gröbere Profil hilft zudem, Wasser bei Regen besser abzuleiten, sodass Sie sowohl bei nassen als auch bei trockenen Bedingungen sicher fahren können.
Wichtig zu wissen: Wenn wir vom Reifenwechsel sprechen, meinen wir in der Regel den kompletten Radwechsel, da nicht nur der Reifen, sondern oft auch das gesamte Rad samt Felge gewechselt wird.
Was wird für den Reifenwechsel benötigt?
- Wagenheber (Hydraulik-Wagenheber, Scherenwagenheber, Rangierwagenheber)
- Radkreuz, Radmutterschlüssel oder Drehmomentschlüssel
- Bits/Steckschlüsselaufsätze
- Schlagschrauber
- Reifenfüllpistole/Kompressoren/Druckluft-Zubehör
- Sonstiges Zubehör wie Profiltiefemesser, Felgenreiniger und Reinigungsbürsten
Unsere Auswahl an Wagenhebern:
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung


- Ziehen Sie die Handbremse an und schalten Sie den ersten Gang ein oder stellen Sie den Wählhebel bei Automatikgetriebe auf „P“.
- Entfernen Sie die Radkappe (falls vorhanden). Lösen Sie die Radmuttern oder -bolzen um etwa eine Viertelumdrehung.
- Setzen Sie den Wagenheber an der vorgesehenen Stelle am Fahrzeugunterboden an. Beachten Sie hierbei die Sicherheitsrichtlinien in der Bedienungsanleitung.
- Heben Sie das Fahrzeug an, bis die gewünschte Montagehöhe erreicht ist.
- Schrauben Sie nun die Radmuttern vollständig ab.
- Heben Sie das Rad ab und legen Sie es unter das Fahrzeug. Bei Leichtmetallrädern kann es sein, dass diese auf den Stahlnabenzentrierungen fest sitzen.
- Wenn möglich und zulässig, montieren Sie das Rad, das zuvor auf der Vorderachse montiert war, auf der Hinterachse und umgekehrt. Dies sorgt für eine gleichmäßige Abnutzung des Reifenprofils.
- Einige Reifen sind richtungsgebunden. Dies ist an einem Pfeil (Rotation) auf der Reifenflanke zu erkennen. Diese dürfen nur in der angegebenen Rollrichtung montiert werden, weshalb ein diagonaler Tausch nicht möglich ist.
- Reinigen Sie vor der Montage des neuen Rades die Radauflageflächen und werfen Sie einen Blick auf die Bremsscheiben und -beläge.
- Setzen Sie das neue Rad auf und ziehen Sie die Radmuttern mit dem Radkreuz handfest an.
- Heben Sie das abgenommene Rad unter dem Fahrzeug hervor.
- Senken Sie das Auto so ab, dass der Reifen gerade auf dem Boden aufliegt.
- Ziehen Sie die Radmuttern über Kreuz mit dem vorgeschriebenen Drehmoment an. Achten Sie darauf, sehr sorgfältig vorzugehen. Hinweis: Für Noträder gibt es häufig spezielle Anzugsdrehmomente.
- Kennzeichnen Sie die Reifen der demontierten Räder auf der Lauffläche, beispielsweise mit Wachskreide („VR“ für „vorne rechts“, „HL“ für „hinten links“ usw.), um beim nächsten Radwechsel Verwirrung zu vermeiden.
Unsere Auswahl an Radkreuzen, Radmuttern- und Drehmomentschlüsseln:
Überprüfung des Reifendrucks
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Nach dem Radwechsel ist es wichtig, den Luftdruck aller Reifen zu kontrollieren. Ein zu niedriger Reifendruck kann das Unfallrisiko erhöhen, da der Reifen schneller überhitzt und das Gummi spröde und brüchig wird. Dadurch wird das Profil des Reifens schneller abgefahren. Zudem führt ein niedriger Luftdruck zu einem höheren Kraftstoffverbrauch. Mit dem richtigen Reifendruck können Sie also auch Geld sparen.
Problem: Reifendruck-Kontrollsysteme (RDKS)
Ein möglicher Nachteil könnte bei dem Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) auftreten, das seit 2014 in allen Neuwagen vorgeschrieben ist. Das System schlägt Alarm, wenn sich der Druck oder die Größe der Reifen verändert.
Bei einem indirekten System, das die Abrollbewegungen der Räder über die Bordelektronik überwacht, können die neuen Reifen nach dem Wechsel ganz einfach per Knopfdruck kalibriert werden. Bei einem direkten System, bei dem Sensoren im Reifen den Druck drahtlos an ein Steuergerät im Fahrzeug übermitteln, wird es komplizierter: Jeder einzelne Sensor muss mit einem speziellen Gerät neu "angelernt" werden – was in der Regel den Besuch einer Reifen- oder Fachwerkstatt erforderlich macht.
Unsere Auswahl an Reifenfüllpistolen, Kompressoren und Druckluft-Zubehör:
FAQ - Häufig gestellte Fragen
Wenn Sie in der Stadt wohnen und hauptsächlich kurze oder seltene Strecken zurücklegen, können Allwetterreifen eine gute Lösung sein. Leben Sie jedoch auf dem Land oder in höheren Lagen, wo häufiger Schnee fällt, oder sind Sie oft auf längeren Strecken unterwegs, etwa auf dem Weg in den Winterurlaub, dann sind Winterreifen die bessere Wahl.
Der einfachste Weg, die richtige Reifengröße zu ermitteln, ist das Ablesen der Kennzeichnung auf Ihrem Reifen. Diese zeigt die genaue Reifenspezifikation, zum Beispiel: 195 / 65 R 15 91 H.
- Der Wert "195" gibt die Reifenbreite in Millimetern an.
- Der Wert "65" bezeichnet das Verhältnis von Reifenhöhe zu -breite in Prozent.
- Das "R" steht für die Bauart des Reifens (in diesem Fall Radial).
- Der Wert "15" gibt den Felgendurchmesser in Zoll an.
- Der Wert "91" ist der Lastindex, der die Tragfähigkeit des Reifens angibt.
- Das "H" ist das Geschwindigkeitssymbol, das die maximale zulässige Geschwindigkeit anzeigt.




































